"Ayubowan" - "Mögest du ein langes Leben haben"

- 04.03.2026 - 

Neuigkeiten aus unserem Projekt in Sri Lanka

Unzählige Male wurde ich in den letzten Wochen während meiner aktuellen Projektreise nach Sri Lanka mit diesem Gruß willkommen geheißen und verabschiedet, begleitet von „God bless you“ und meist auch einer herzlichen Umarmung. 
Immer wieder bekam ich leuchtend bunte Blumen überreicht – ich würde sie so gerne an Sie, an euch weitergeben!  Denn eurer Bereitschaft, regelmäßig für einzelne Kinder, Familien und für plötzliche Notsituationen und wichtige Projekte zu spenden, ist es zu verdanken, dass sich im Leben der Menschen in unseren Projekten Vieles zum Guten gewendet hat. Zuletzt wurde im Dezember eure unverzügliche Hilfe nach dem  Zyklon ein Segen für die Menschen, die es schrecklich getroffen hatte.
Während der letzten 4 Wochen, die ich in Sri Lanka verbrachte, habe ich gut die Hälfte der Zeit mit unserem Team gearbeitet und war mit ihnen in Dörfern unterwegs, um nach den Familien zu schauen und Hilfsgüter zu übergeben. Viele Familien sind von den Auswirkungen der Flut betroffen. 
Wieder einmal konnte ich mich vom sinnvollen Einsatz des Geldes, der verantwortungsvollen, transparenten Verwaltung der Spenden und vor allem der direkten, unkomplizierten Umsetzung in Hilfe für die bedürftigen Familien überzeugen.
Wir haben Schulrucksäcke und Material für kleine und große Schüler eingekauft und in die Dörfer gebracht, haben für Unterwäsche, Kleidung, ihre Schuluniformen, Haushaltsartikel und Hygieneartikel gesorgt.
Die Hilfeleistungen müssen gut vorbereitet werden, denn wir verteilen Hilfsgüter nicht im Gießkannenprinzip; wir helfen den Familien individuell, mit Dingen, die konkret gebraucht werden. Dies ist ein großer Organisationsaufwand, aber wir gewährleisten  damit den gezielten Einsatz Ihrer/eurer Spenden, vermeiden unnötige Ausgaben und nehmen die Bedürfnisse der Familien ernst. 
In viele Gebiete konnten wir gar nicht fahren, weil Wege noch unpassierbar sind. Treffen mit Familien wurden dann z.T. in andere Häuser verlegt oder ins Freie. Manche Strecken haben wir uns zu optimistisch vorgenommen … manchmal ging es nur noch mühsam im Schneckentempo vorwärts...unterspülte Wege, tiefe Schlaglöcher… zurück war keine Option. Ich habe große Hochachtung vor der geduldigen, geschickten und ausdauernden Fahrweise unserer jeweiligen Driver, die auf den langen  Touren mit uns manchmal 12 Stunden unterwegs waren.
Einen tiefen Eindruck hat in mir auch die Haltung der betroffenen Menschen hinterlassen. Während ich selbst immer wieder erschüttert war über die Verwüstungen und den erlittenen Verlust und mich fragte, wie man das alles aushalten kann, packen sie an, säubern ihre Häuser von Schlamm und Unrat, reparieren, was irgend möglich ist und versuchen mit dem wenigen, was vielleicht noch brauchbar sein könnte, wieder in ihren Alltag zurückzufinden. 
Menschen aus Teilen Sri Lankas, die nicht betroffen waren, eilten mit Lebensmittelpäckchen in die Flutgebiete, um in den ersten Tagen Kinder und Erwachsene zu versorgen, die in Schulen und Tempeln ausharren mussten, bis sie wieder in ihr Dorf zurückkehren konnten. Manche über 2 Wochen lang....
Auch eine unserer Vorschulen hat es so schlimm getroffen, dass die Kindergartenhalle einsturzgefährdet ist. 30 kleine Jungen und Mädchen haben zusammen mit ihren Erzieherinnen deshalb ein Übergangsquartier im Tempel. Das ist wenig kindgerecht, aber immerhin eine  Alternative, bis… ja und das ist genau der Punkt: in ihr Kindergartengebäude können sie nämlich nicht mehr einziehen. Die Zerstörung ist massiv, das Wasser flutete über 2 m hoch die Räume, die Reparaturen sind zu kostspielig! Und viele Eltern und ihre Kinder haben durch den Schreck dieser Katastrophe Angst, dass sich Ähnliches wiederholen könnte und ihre Kinder in Gefahr sind. 
Auf dem Gelände befindet sich ein älteres Fundament, der Platz ist etwas höher gelegen und vor erneuten Überschwemmungen geschützt. Dies könnte der Grundstein für eine neue Vorschulhalle sein.Es wäre wunderbar, wenn wir es als ARCHEgemeinde schaffen könnten, den Großteil der Kosten von ca. 2800 Euro zusammenzubringen. 30 kleine Vorschüler könnten dann wieder regelmäßig zusammen spielen, tanzen, singen und lernen!